Kuriositäten bei der Umsetzung der ergänzenden Lernförderung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket in Nürnberg

wiedergegeben und kritisch betrachtet von Brigitte Scheid,                     Dipl.-Sozialpädagogin (FH), geprüfte Lernberaterin               

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Die Brüder, OB Maly und Dieter Maly, sind sich einig! Hartz-IV-Empfänger sollen für die begründete Einzelnachhilfe ihrer besonders förderbedürftigen Schulkinder Zuzahlungen in der Höhe von bis zu 10 € pro Stunde leisten. Ein Armutszeugnis für eine Stadt, die laut Aussage der Malys genug Geld habe.

1. „Sogar die Übertrittskinder erhalten eine BuT-Förderung“ stand im Sommer 2013 in meiner Nürnberger Tageszeitung!

Seit 2011 erhalten versetzungsgefährdete Schüler/innen aus einkommensschwachen Familien, die aufgrund ihrer Bedürftigkeit Transferleistungen erhalten, eine kostenfreie (?) Lernförderung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT). Ausgegeben wird diese Leistung in Form von Monatsgutscheinen vom Sozialamt, das Geld kommt zweckgebunden vom Bund, der es an die Länder verteilt, die es wiederum an die Städte und Gemeinden weiterleiten. Für die Umsetzung der zusätzlichen Lernförderung im Rahmen des BuT ist die Stadt Nürnberg zuständig.

Immer wieder erzählen mir Kinder,  dass sie weder Fünfen noch Sechsen geschrieben haben,  also nicht versetzungsgefährdet waren,  sondern mithilfe der Lernförderung vom Sozialamt nun von der Grundschule in die Realschule wechseln können.  Dafür brauchen sie derzeit im Übertrittszeugnis (Mai) den Notendurchschnitt 2,66,  der sich aus den Fächern Heimat- und Sachunterricht, Deutsch sowie Mathematik errechnet. Sowohl die Kinder als auch die Eltern sind überrascht,  wenn ich ihnen mitteile,  dass Übertrittskinder gar keinen Anspruch auf die ergänzende Lernförderung aus dem BuT haben,  weil sie nur jenen Schüler/innen zusteht,  die entweder in ihrem letzten Jahreszeugnis oder in ihrem Zwischennotenbescheid  (Januar)  in dem jeweiligen förderbedürftigen Fach eine mangelhafte oder ungenügende Leistung vorweisen können.  Lehrkräfte fragen immer wieder bei mir nach,  ob der Leistungsstand des Kindes wirklich unter der Note 4  liegen müsse,  damit es eine Lernförderung erhalten könne.  Leider ist der Zeitungsbericht, der bestimmt von vielen Lehrkräften gelesen wurde,  bis heute  nie dementiert worden.

2. „Bitte beachten: pro Unterrichtsstunde (45 Min.)  werden max. 10,- € vergütet. Eine  Aufzahlung ist nicht möglich.“,

steht auf jedem Gutschein gedruckt drauf. Meine kritischen Nachfragen ergaben bei Bezirk, Land und Stadt nachstehende Rückmeldungen:

Frau  B.  von der Regierung Mittelfranken teilte mir 2013 folgende Stellungnahme der Stadt Nürnberg mit:  „Jede Schule hat eine Liste mit Anbietern für Nachhilfestunden zu einem Stundensatz von bis zu 10 €.  Darunter befinden sich auch Anbieter für Einzelunterricht.  Da sichergestellt ist,  dass ausreichend Anbieter vorhanden sind,  die für den Stundensatz von 10 € Nachhilfe geben,  handelt es sich hierbei um angemessene Kosten,  welche von der Stadt Nürnberg im Rahmen der ortsüblichen Sätze übernommen werden.“  Ihrer Meinung nach ist diese Vorgehensweise der Stadt Nürnberg rechtsaufsichtlich nicht zu beanstanden.

Herr Sch.  vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales,  Familie und Integration stimmte dem ebenfalls zu:  „Wir weisen darauf hin,  dass im Rahmen der beantragten Lernförderung von den Trägern auch die  ‚Angemessenheit‘  des Leistungsangebots des Anbieters als Leistungsvoraussetzung zu prüfen ist.  Die Angemessenheit ist zu bejahen,  wenn die Stundensätze innerhalb des ortsüblich kostengünstigen Rahmens liegen.  Nach Mitteilung der Regierung Mittelfranken gebe es vor Ort Anbieter,  die Nachhilfestunden zu einem Stundensatz von bis zu 10 €,  darunter auch Einzelunterricht anbieten.  Damit sei gewährleistet,  dass Schülerinnen und Schüler unter geeigneten Angeboten auswählen können.  Die Feststellung der Regierung von Mittelfranken,  dass die Festlegung der Stundensätze durch die Stadt Nürnberg nicht zu beanstanden ist,  wird geteilt.“

Der ehemalige Präsident des deutschen Städtetags sowie bayerischer Städtetagsvorsitzender und Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly sieht die Situation folgendermaßen:  „Anfang 2011 fand durch das Jobcenter Nürnberg eine erste Marktrecherche statt.  Das Sozialamt hat daraufhin und nach weiteren Recherchen im Schuljahr 2011/12 eine Vergütung von 10 € / 45 Min. pro Schüler/in für den Einzel- und Gruppenunterricht zu Grunde gelegt.  Im Mai 2012 wurden im gemeinsamen Jugendhilfe- und Schulausschuss Eckdaten für die Umsetzung der Lernförderung beschrieben.  Es wurde festgelegt,  dass pro Schulstunde 10 €  zu vergüten sind,  in begründeten  Ausnahmefällen kann von dieser Vergütung abgewichen werden.  Bei der Vergütung der Lernförderung steht laut Gesetzesbegründung nicht die Ausbildung der Lernförderperson im Vordergrund,  sondern die  ‚örtliche Angebotsstruktur‘  und  ‚kostengünstige Anbieterstrukturen‘.  Es liegen daher Voraussetzungen vor,  die sich nicht auf einen ‚ortsüblichen Tarif für pädagogische Fachkräfte‘  übertragen lassen.“

Das Telefongespräch mit Frau K.  vom Sozialamt Nürnberg (Entscheidungsträgerin für die ergänzende BuT-Lernförderung) ergab,  dass in der letzten Sitzung  (Mai 2014)  des Runden Tisches (wissenschaftliches Institut für Pädagogik und Schulpsychologie, Schul-, Sozial-, Jugendamt) einstimmig festgelegt worden sei,  keinen höheren Tarif für die Einzelförderung zu zahlen.

3. „Der Anbieterpool für die ergänzende Lernförderung enthält nur Fachkräfte!“,

betonte Frau K.  vom Sozialamt bei jedem Telefongespräch,  das wir führten.  Im April 2013 besuchte ich das erste Mal ein lernförderbedürftiges Grundschulkind im Rahmen des  BuT direkt in der Familie.  Die vorherigen Gespräche mit der zuständigen Lehrkraft hatten ergeben,  dass Ihr und der Schule die ergänzende Lernförderung mit den Gutscheinen nicht bekannt sei und Sie keine Anbieterliste kenne.  – Auch andere Grundschulen teilten mir das bereits mit. – Vor Ort überreichte mir die Mutter die Gutscheine für drei Monate.  Nach einem Monat schickte ich die ersten Gutscheine zur Abrechnung zum Sozialamt, um zu sehen,  was passiert,  da ich keine Ahnung hatte,  wie damit zu verfahren sei.  Kurze Zeit später rief mich Frau K.  vom Sozialamt an,  um mich darüber zu informieren,  dass ich wohl einen Vertrag mit der Stadt Nürnberg abschließen müsse,  um die Lernförderung ausüben zu können,  der allerdings nur bis Ende des Schuljahres Gültigkeit habe.  Diesen wird Sie mir per Post einschließlich einer Umfrage zukommen lassen,  den ich bitte ausgefüllt und unterschrieben mit meinen Qualifikationsnachweisen zurückschicken möge.  Auf diesem Fragebogen sollte ich die Jahrgangsstufen einschließlich der Fächer,  die ich anbiete,  benennen,  sowie meinen Stundentarif für Einzel- und Gruppenunterricht.  Pro Schulstunde gab ich für den Einzelunterricht    25  €  und für den Gruppenunterricht 30 €  an.  Als Frau K.  meine zurückgesendeten Unterlagen erhalten hatte,  rief sie mich erneut an, um anzufragen,  ob die  30 € für den Gruppenunterricht pro Kind seien.  Als ich das mit dem Zusatz verneinte, es handle sich dabei um den Kleingruppentarif, teilte Sie mir mit,  dass Sie auf meinem Umfragebogen die 30 € ausstreichen und pro Kind 10 € darunter schreiben werde.  Anschließend klärte sie mich darüber auf,  dass die Lernförderung für bedürftige Kinder gedacht sei und damit möglichst günstig angeboten werden solle.  Mit den Umfragebögen werde sie nun einen Mittelwert errechnen und wer mit seinem Tarif darüber läge,  würde ausgeschlossen werden.  Damit käme ich wohl eher nicht in Frage.  Auf meine Nachfrage,  warum für das Kind die Gutscheine nur für 3 Monate eingegangen seien,  entgegnete sie, dass die Lernförderung auf 3 Monate begrenzt wäre,  weil sie nur als kurzfristige Lernförderung gedacht sei,  um Wissenslücken aufzufüllen.  Weder die Schule noch Frau K.  vom Sozialamt haben mich je persönlich kennengelernt.

4. „Abrechnung der Lernförderung mit ‚Gestaltungsmöglichkeiten'“

„Bitte beachten:  Zur Abrechnung wird/werden neben diesem Abrechnungsbogen auch der Originalgutschein/die Originalgutscheine benötigt“
Im oberen Feld sind die Daten des Kindes, das jeweilige Unterrichtsfach,  die eigenen Daten und die Kosten der Unterrichtsstunde (die nur bis 10 € bezahlt werden) einzutragen.  Die Aufstellung der erbrachten Förderstunden werden mit Datum,  Anzahl der Förderstunden und dem Zahlungsbetrag notiert.  Mit der eigenen Unterschrift (Leistungserbringer) wird die Richtigkeit der Angaben bestätigt und zusammen mit den Gutscheinen dem Sozialamt zugeschickt.
Die Originalgutscheine können innerhalb eines Jahres nach Ablauf der Gültigkeit in Rechnung gestellt werden.

zu 1:  Übertrittskinder

Als ich im Juli 2013 den Artikel in meiner Nürnberger Tageszeitung las,  dass auch Übertrittskinder die Lernförderung aus dem BuT erhalten,  rief ich beim Institut für Pädagogik und Schulpsychologie, die den Artikel verfasst hatten, an, um mich mit ihnen allgemein über die Umsetzung des Lernförder-BuTs in Nürnberg auszutauschen. Im Anschluss bat ich Frau T.  mir die verschriftete Umsetzung der ergänzenden Lernförderung im Rahmen des BuT zukommen zu lassen,  damit ich mich über die Inhalte informieren könne. Klar und deutlich drückte Frau T.  aus, dass Sie nicht glaube, dass die Stadt Nürnberg Interesse habe,  mir in diesen Unterlagen Einblick gewähren zu lassen. Trotzdem notierte sie sich meine E-Mail-Adresse und Hausanschrift.  Auch ersuchte ich darum, mich als Sozialpädagogin mit Praxiserfahrung am Runden Tisch teilnehmen zu lassen, damit ich Anregungen zur Umsetzung der BuT-Lernförderung einbringen könne.  Wie von ihr prophezeit,  ist bis zum heutigen Zeitpunkt nichts bei mir eingegangen.

                                                                                                                                                          Hinsichtlich der Vorgehensweise der Stadt Nürnberg hätten derzeit gemäß dem Gleichheitsgrundsatz sämtliche Schulkinder aus einkommensschwachen Familien, unabhängig ihrer Noten, Anspruch auf die Lernförderung aus dem BuT.  Damit erübrigt und erklärt sich die fehlende Nachweisführung mit dem letzten Zeugnis des Schülers/der Schülerin von Seiten des Sozialamts.  Eigentlich bin ich im Rahmen des BuT als Sozialpädagogin für Lehrkräfte,  die mich um Unterstützung  ihrer Schulkinder bitten,  eher eine Nachhilfebremse,  da sowohl ihre ganzen Übertrittskinder als auch alle Schüler/innen aus niedrigeren Jahrgangsstufen mit Noten  < 5 bei mir auf der Strecke bleiben (Wenn Kinder in einem Hauptfach zweimal in Folge die Note 5 oder 6 geschrieben haben, erhalten sie die BuT-Lernförderung). Und was ist mit den Übertrittskindern, deren Eltern mit ihrem Einkommen knapp über der Bemessungsgrenze für Transferleistungen liegen, und damit keinen Anspruch auf Leistungen des Bildungspakets haben?  Bei Eltern und Großeltern hat es sich in manchen Stadtteilen  herumgesprochen,  dass auch nicht versetzungsgefährdete Kinder 4 Stunden Nachhilfe pro Woche vom Sozialamt erhalten.

Ein Oberbürgermeister sollte sich darüber im Klaren sein,  dass die aufgrund  der gegenwärtigen fehlenden Kontrollmechanismen entstandenen Ungleichheiten sozialen Sprengstoff erzeugen. Vor allem in einer Stadt, deren Einwohner/innen immer ärmer und bildungsferner werden.  Ohne dem zunehmenden Tourismus in dieser malerisch an der Pegnitz gelegenen  bildhübschen und geschichtsträchtigen Altstadt wäre Nürnbergs Volk verloren.  Ich möchte Ihn an dieser Stelle daran erinnern,  dass Frau von der Leyen mit ihrem BuT-Projekt die Anzahl der Schulabbrecher und der Schulabgänger ohne Abschluss reduzieren,  aber keinen sozialen Unfrieden auslösen wollte.  Auch wird man darüber nachdenken müssen,  ob diese  „geförderten Realschulkinder“ später erneut Nachhilfe benötigen, wenn sie mit dem gehobenen Anspruch der Realschule überfordert  sind. Vielleicht hätte man ihnen besser die Zeit und die Chance  geben sollen, den Sprung auf eine höhere Schule eigenständig von der 5. Klasse Hauptschule aus zu bewältigen, die weniger neuen Lehrstoff vermittelt, sondern mehr die Grundkenntnisse in Mathematik und Deutsch weiter vertieft.

Da schätze ich doch unseren langjährigen Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München,  Christian Ude,  ebenfalls Präsident des Deutschen Städtetags  (2005 – 2013),  der mein dringendes Informationsgesuch sofort zur Bearbeitung an sein Sozialreferat weiterleitete,  damit seine  von den städtischen Nürnberger  Obrigkeiten ausgeschlossene  Münchnerin  zügig erfahren konnte,  wie man  in Bayern  im oberbayerischen Bezirk die  Lernförderung aus dem BuT umgesetzt hat.  Bereits nach 2½ Wochen lag die Münchner Umsetzung in verschrifteter Form auf meinem Schreibtisch.  Ein Mann mit Herz am rechten Fleck halt,  der nicht drumherum redet,  sondern gleich zur Tat schreitet.  Verdient hat er sich nun in den Ruhestand begeben,  den er bestimmt nach bayerischer Art rundum genießen wird.

Ein herzliches Dankeschön an Sie,  Herr Ude,  sowie  an Frau von G.  vom Sozialreferat und Ihnen beiden  alles Gute!

zu 2:  10 € die Stunde pro Kind als Einheitsbrei

In der Niedriglohnstadt Nürnberg hängen (die unerwünschten)   pädagogische Fachkräfte, die Grundschulkinder mit besonderen Schwierigkeiten im Sozial-, Arbeits- und Lernverhalten begleiten, am Tropf.  10 € pro Schulstunde auf Honorarbasis bei begründetem Einzelförderbedarf verlangt eine hieb- und stichfeste volkswirtschaftliche Betrachtung. Die Anzahl der Arbeitstage betrug im Jahr 2015 in Bayern 252 Tage. Ein Urlaubsanspruch von mindestens 20 Tagen und durchschnittlichen 17 Krankheitstagen in Nürnberg (hoher Krankenstand!) reduziert die Anzahl der geleisteten Arbeitstage auf 215 Tage.  215 Tage à 8 Schulstunden ergeben 1720 Stunden à 10 € sind gleich 17200 € brutto. Davon gehen mindestens 1250 € für ein Arbeitszimmer, 600 € für Arbeitsmittel, 600 € Fahrtkosten und 3000 € Kranken- und Pflegeversicherung ab. Bleiben nach Adam Riese 11750 € im Jahr ohne Bezahlung von Krankheits- und Urlaubstagen übrig. Eine Vorsorge für die spätere Rente oder für eine evt. Arbeitsunfähigkeit ist damit nicht möglich. Mit 979 € im Monat, die  noch versteuert werden müssen, muss ich als Sozialpädagogin um die Runden kommen. „Macht nichts“, freut sich Herr Oberbürgermeister Maly, denn er vertritt die Meinung (Zitat): „Besser verschuldet und fröhlich als schuldenfrei und traurig.“ Dabei sieht er gelassen darüber hinweg,  dass die Armutsfalle auch bei mir zuschnappt und ich mich selbst im Club der Sozialleistungsempfänger in Form von Wohngeld willkommen heißen darf.  Rund um die Uhr mit den Ärmsten gearbeitet und der verarmten Akademikerin bleibt fürs Leben kaum was übrig.  Da kann ich meinem Klientel mitfühlend die Hand schütteln. Was für ein halsbrecherisches Wagnis in Nürnberg! Mit Niedriglöhnen werden Sozialhilfeempfänger gezüchtet,  die später im Rentenalter auf Grundsicherung angewiesen sind,  die vom Bund bezahlt werden muss,  also von den bis dahin noch  solventen Steuerzahler/innen.
Unmissverständlich möchte ich ausdrücken,  dass bei der damaligen Marktrecherche 2011 als  Bemessungsgrundlage  in erster Linie die  10 €- Monatsbildungsgutscheine  herangezogen worden waren,  die die anspruchsberechtigten  Kinder für ein halbes Jahr (60 €) erhalten haben.  Viele Schulen hatten damals versucht, mit den 2,50 €  (pro Woche)  je Kind einmal in der Woche mit Zivis, älteren Schüler/innen und Studenten eine Nachhilfestruktur in der Großgruppe (Klassengröße) in Schulräumlichkeiten aufzubauen.  Als mir die Schulleitung einer  Grundschule in Nürnberg  davon erzählte,  kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus.  Über die Zeitung musste ich kurze Zeit später erfahren,  dass an dieser Bildungseinrichtung einiges im Argen lag.  Es lässt sich denken,  dass diese unerfahrenen  jungen Leute nicht ständig von den Schulmitarbeiter/innen  beaufsichtigt werden konnten.  Das zum  haarsträubenden Thema ‚kostengünstige Anbieterstruktur‘.  Die Projektgründerin Frau von der Leyen, damalige Arbeitsministerin,  wollte eine besonders qualitative und keine quantitative Lernförderung für bedürftige, versetzungsgefährdete  Kinder anbieten. Wer in einer Kleingruppe 5 Kinder fördert, erhält für die ¾ Stunde 50 €. Die fehlenden Kontrollmechanismen lassen auch mehr Kinder in der Gruppe zu. So hat die Akzeptanzstudie von Prof. Dr. Wüstendörfer ergeben, dass 1/3 der Kinder in Gruppen mit über 5 Teilnehmer/innen gefördert werden (Abb. 51, S. 107). Schade, damit bleiben die besonders förderbedürftigen Kinder mit großen Lernproblemen, die weder das Sozialamt noch das Jugendamt finanzieren wollen, weiterhin auf der Strecke! Die Stadt München zahlt für die Einzelförderstunde 20 € pro Kind und die Stadt Berlin staffelt den Schulstundentarif nach der Qualifikation des Anbieters und berücksichtigt zu zahlende Sozialversicherungsbeiträge.
Welche Funktion hat eigentlich der Runde Tisch in Nürnberg, der durch das staatliche sowie städtische Schulamt, das Jugend- plus Sozialamt und dem Institut für Pädagogik und Schulpsychologie vertreten wird und mehrmals im Jahr tagt?  Herr Oberbürgermeister Maly ließ in seinem Schreiben verlauten,  dass die Eckdaten für die Umsetzung der Lernförderung im gemeinsamen Jugendhilfe-  und  Schulausschuss beschrieben wurden. Und was ist aus seiner Aussage geworden, dass in begründeten Ausnahmefällen von der 10-€-Vergütung abgewichen werden kann?

zu 3:  Architektin kämpft um die Gunst des  Schulkindes

Immer mehr Kinder haben Auffälligkeiten im Lern- und Arbeitsverhalten,  mit denen nicht nur berufsfremde Fachkräfte überfordert sind.  Wenn von Natur aus neugierige Kinder durch laufende negative Erfahrungen mit dem Lehrstoff in der Schule oder Zuhause die Lust am Lernen verlieren,  bauen sie emotionale Sperren im limbischen System des Gehirns auf.  Werden diese schlechten Erfahrungen in der Amygdala immer wieder bestätigt,  können viele Zugangskanäle für neue Informationen in die Großhirnrinde versperrt und Vermeidungsstrategien als Muster gespeichert werden.  Umso fester diese  Muster verankert sind,  desto langwieriger ist der Veränderungsprozess,  der nur mit einer emotionalen Öffnung eingeleitet werden kann.
Wenn Kinder beim Lernen keine Selbstwirksamkeit erfahren dürfen, also nur Frust,  Angst und Dissstress erleben,  macht das Gehirn dicht und lässt bewusstes  Lernen kaum noch zu.  Das Erkennnen der eigenen Bedeutungs- und Machtlosigkeit führt zur Resignation,  die Rückzug oder aggressive Verhaltensweisen zur Folge haben können.
Die größte Freude am Lernen können Kinder dann entwickeln, wenn sie sich über ihr stetig eigenverantwortlicheres  Arbeiten und Lernen Selbstlern- und Problemlösekompetenzen aneignen können,  also eigene Handlungsfähigkeit erleben dürfen.
Dafür brauchen Kinder keine jahrelange Therapie,  sondern eine kompetente Lernbegleitung! (Fachbuch „Fachprofil Lernbegleitung“, 2011)

In einem Abschlussgespräch mit den Eltern vertraute mir der Vater an,  dass die Architektin,  die vor meinem Einsatz die Lernbegleitung übernommen hatte,  mit seinem Kind vollkommen überfordert gewesen sei.  Ständig fanden destruktive Streitereien statt,  die alle Familienbeteiligten ziemlich strapazierten. Nicht mal Hausaufgaben konnten in  Anwesenheit dieser berufsfremden  Fachkraft zu Ende gebracht werden.  Ich selbst brauchte ein gutes Monat,  um die Vermeidungsstrategien des Kindes aufzubrechen.  In den zwei Folgemonaten,  die uns noch geblieben waren,  versuchte das Kind seine Wissenslücken aufzufüllen.  Glücklicherweise hatte der Austausch mit dem Bayerischen Staatsministerium 2013 bewirkt, dass alle Lehrkräfte bei Bedarf einen Folgeantrag ausfüllen können,  sodass auch die Nürnberger Schüler/innen Anspruch auf ein knappes halbes Jahr Lernförderung aus dem BuT haben,  ansonsten wäre dieses Grundschulkind bildungsmäßig  auf der Strecke geblieben,  obwohl es kog- nitiv das Lernpensum gut bewältigen könnte.  Der Vater drückte aus,  dass diese Architektin in ihrem Fach bestimmt kompetent sei,  er sie aber beim Lernen mit seinem Kind als sehr belastend erlebt habe.  Ich denke,  dass die berufsfremden Fachkräfte eher in den höheren Jahrgangsstufen eingesetzt werden sollten,  wenn es ausschließlich um Wissenslücken geht und nicht um Entwicklungsdefizite und/oder Verhaltensauffälligkeiten,  wie wir es häufig bei den Grundschulkindern mit Lernproblemen antreffen. Diese Schüler/innen können sich nur in Begleitung von versierten, pädagogischen Fachkräften weiterentwickeln, die halbwegs angemessen bezahlt werden müssen, lieber Oberbürgermeister Maly. Oder wollen Sie den Kindern über Jahre hinweg die Nachhilfe anbieten, wie es die Tabelle 13 von der Akzeptanzstudie ausdrückt.  43,9% der Schüler/innen benötigten die Nachhilfe 13 bis 24 Monate, also 2 bis 4 Schuljahre (2×12 Wochen pro Schuljahr) und 7,3% darüber hinaus. Wobei ich mir die Frage stelle, wie das bis zum Schuljahr 2014/15 möglich war.

Wie gerne würde ich solche Kinder,  die ich in Einzelbegleitung habe, nach einem Vierteljahr in einer Kleingruppe gemeinsam lernen lassen,  damit sie auch Gruppenkompetenzen erwerben können.  Die Regelung bei der Stadt Nürnberg den Erstantrag auf Lernförderung auf maximal 12 Wochen zu begrenzen,  führt dazu,  dass Lehrkräfte kurz vor Ablauf des Erstantrags einen Folgeantrag stellen müssen,  dessen Gutscheine meistens nach der letzten Förderstunde  bei den Eltern eingehen.  Damit habe ich keine Planungssicherheit und muss die Kinder weiterhin in der Einzelförderung belassen,  denn in einer Fremdgruppe wären sie überfordert. Der Stadt entstehen durch diese Praxis unnötig doppelte Verwaltungskosten,  denn für jedes Kind müssen pro Schuljahr zwei Anträge bearbeitet werden. Hingegen die Schulen haben den erhöhten Verwaltungsaufwand unentgeltlich zu leisten, wenn sie den Folgeantrag ausfüllen und sich manchmal erneut um die gültigen Sozialbescheide kümmern oder Eltern hinterhersausen müssen. Manche verunsicherte Lehrkräfte fragen bei mir an, ob sie beim Folgeantrag erneut versetzungsgefährdet ankreuzen sollen, obwohl das Kind in seiner Lernentwicklung deutliche Fortschritte aufweisen kann. Bei Kindern, deren Lernförderung erst im Mai beginnt, muss im neuen Schuljahr die Nachhilfe bis November pausieren, auch wenn sie dringend notwendig ist. Es wäre zielführender,  wenn die Stadt Nürnberg mit ihrem Runden Tisch über ihren fränkischen Tellerrand hinaus nach Berlin blicken würde, die den Antrag schon von Anfang an für ein halbes Jahr genehmigen, denn diese Flickschusterei hat sowohl für die Kinder als auch für die Lehrkräfte Nachteile.  Auch ich bin nicht erfreut,  wenn ich die Kinder von überforderten berufsfremden Fachkräften übernehmen und mit der halben Zeit ihre Fehlleistung zum Hungerlohn ausgleichen muss. Genau wie die Lehrkräfte muss auch ich dem einen oder anderen Elternteil häufig auf die Finger klopfen, damit die Gutscheine ins Haus kommen können. Geldliche Vorteile kann einzig und alleine die Stadt Nürnberg verzeichnen. Einerseits kommen weniger Gutscheine zur Verrechnung, weil Zeit verloren geht und andererseits können pro Schuljahr 2 Wochen Lernförderung eingespart werden.

Frau B. von der Regierung Mittelfranken teilte mir in ihrem Schreiben 2013 mit: „Laut der Stellungnahme der Stadt Nürnberg … basiert der verwendete Antragsvordruck auf dem Vorschlag des Bayerischen Kultusministeriums.“ Welche Privilegien führten dazu, dass das Bayerische Kultusministerium den Nürnbergern eine Extrawurst gebraten hat?

Herr Sch. vom bayerischen Staatsministerium drückte in seiner Mitteilung 2013 Folgendes aus: „Die Tatsache, dass für eine Leistungsgewährung zwei Bestätigungen, die Erst- und eine Folgebestätigung, notwendig sind, ist auch aus unserer Sicht nicht zu beanstanden, zumal das Verfahren über die Förderung der Lernförderung durch einen Runden Tisch, vertreten durch die staatlichen Schulämter, das Jugendamt der Stadt Nürnberg und die Fachkoordination Lernforderung beim Institut für Pädagogik und Schulpsychologie, also alle an dem Thema Beteiligten festgelegt wurde.“

Zu viele Köche verderben manchmal den Brei! Man sollte auch in Erwägung ziehen, ob evt. nur eine Person am Runden Tisch das Sagen hat und die anderen den Dackelnicker spielen.

Erwähnens- und lobenswert ist, dass in Nürnberg die Lernförderung seit 2014 bereits ab November beantragt werden kann und damit keine Kinder mehr notenmäßig ins Bodenlose fallen müssen.

Wenn man bedenkt, dass die meisten förderbedürftigen Kinder bildungsferne Eltern haben,  finde ich es gewagt, unbekannte ‚Nachhilfeleute‘ unkontrolliert in die Familien zu lassen.  Solche Kinder sind häufig alleine zu Hause,  weil die Eltern einer Arbeit nachgehen oder andere Dinge erledigen wollen.  Eltern kämen nie darauf,  dass diese registrierten ‚Nachhilfekräfte‘  von der städtischen Behörde nicht geprüft worden sind.  Was passiert,  wenn  nur ein Pädophiler sich daruntergemogelt hat?  Das wäre ein unverzeihlicher  Missbrauch an einem Kind zu viel! Um das Wohl des anvertrauten Sprösslings zu schützen,  ist es absolut notwendig,  mit Interessierten  ein persönliches Vorstellungsgespräch zu führen,  um die bestehenden Stärken und Schwächen des Bewerbers/der Bewerberin festhalten und einen Eindruck von seiner/ihrer Persönlichkeit gewinnen zu können.  Da die Förderung in den meisten Fällen außerhalb der Schule stattfindet,  können auch die Lehrkräfte keine Kontrolle ausüben,  sondern nur zu einem späteren Zeitpunkt feststellen,  ob die Förderung etwas gebracht hat oder ob das Geld versenkt worden ist.  Manchmal kommt die Förderung auch gar nicht zustande und keiner weiß weshalb. Eine äußerst unglückliche und gewagte Vorgehensweise von der Stadt Nürnberg.

Übrigens müssen Umfragen unbedingt wissenschaftlichen Kriterien entsprechen, Frau K.  vom Sozialamt.  Auf den ausgefüllten Fragebögen darf von Ihnen nichts verändert werden. Wenn Sie den Gruppentarif pro Kind erfragen wollten,  hätten Sie das prägnant ausdrücken müssen.  Sämtliche Stundentarife, die die Anbieter auf dem Umfragebogen angegeben haben, müssen gemittelt werden. Mein notierter Einzelstundensatz von 25 € bedeutet nicht per se, dass ich diesen Betrag im Rahmen der BuT-Lernförderung erwarte. Bedenken Sie,  dass eine Zweitperson zu den gleichen Ergebnissen wie Sie kommen muss.  Andernfalls hat Ihre Umfrage keine Gültigkeit und damit bedarf es einer neuen wissenschaftlichen Erhebung über den ortsüblichen Tarif in Nürnberg. Auch gibt es eine Diskrepanz zwischen den Juni-/Juligutscheinen, die bis August/September umgesetzt werden können und dem Vertrag, der Ende Juli ausläuft.

zu 4:  Fehlende Kontrolle beim Leistungsnachweis

Der Abrechnungsbogen enthält keine Angaben zur Uhrzeit der geleisteten Stunden.  Ebensowenig werden die durchgeführten Nachhilfestunden von einer Zweitperson  gegengezeichnet.  Das könnte zur Folge haben,  dass die Mitgliederzahl einer Kleingruppe (5 Kinder) überschritten wird und/oder dass Stunden abgerechnet werden,  die nie geleistet worden sind.
Die 10 €  für eine Einzelförderstunde könnte mit einer nicht durchgeführten Stunde auf das Doppelte erhöht werden.  Eine Gruppenförderung mit mehr als 5 Kindern könnte zu Reichtum führen.  Schon eine volle Kleingruppe ergibt bei einer Doppelstunde 100 €.  Scheinbar möchte der Oberbürgermeister Maly die Existenz der vielen kommerziellen Nachhilfeinstitute sichern, deren Mitarbeiter/innen die Erlaubnis von Frau K. vom Sozialamt erhalten haben, bei Einzelförderstunden von den einkommensschwachen Eltern eine Zuzahlung zu verlangen. Die Akzeptanzstudie bestätigt, dass 43,8% der Kinder Nachhilfeinstitute aufsuchen (Abb. 48, S. 104). Hingegen pädagogische Einzelfachleute, die sich den besonders förderbedürftigen Kindern widmen, will er lieber draußen lassen. Dafür spricht die schon seit Jahren in Nürnberg (aber auch anderen Städten) vernachlässigte Eingliederungshilfe (§35a i.V.m. SGBVIII) für von einer seelischen Behinderung bedrohte Kinder, denen eine Lernförderung vom Jugendhilfeträger zusteht. Seit Jahren kommen nur noch Kinder mit Teilleistungsstörungen wie Dyskalkulie und Legasthenie zum Zug, die aufgrund dieser Mogelpraxis von Psychiater/innen immer öfters diagnostiziert werden müssen.
Man darf nicht außer Acht lassen,  dass bildungsferne Eltern, manchmal auch ohne Deutschkenntnisse und fehlender Lesekompetenz, keinerlei Kontrollmöglichkeiten haben,  wenn sie nichts unterschreiben können.  Sie müssen davon ausgehen, dass alle Anbieter mit den Gutscheinen korrekt umgehen. Bei Angabe der Uhrzeit würden die Kinder darauf achten, dass die Zeitspanne richtig aufgeführt wird  und es den Eltern übersetzen. Kinder besitzen noch einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.

Wie sieht es mit der Qualität der geleisteten Arbeit aus, wenn keiner prüft, ob die Schwächen des Schulkindes mit der Lernförderung gemildert oder behoben werden konnten? Wenn weder zu Beginn der Lernförderung ein Lernentwicklungsstand des Kindes noch am Ende die Lernfortschritte als verschrifteter Bericht vom Sozialamt eingefordert werden, sollte zumindest einmal bei der Klassenlehrkraft Ende des Schuljahres nachgefragt werden, wie sie die Lernbegleitung des/der Anbieters/in erlebt hat. Immer wieder erzählen mir Lehrkräfte, dass sie Anbieter/innen mehr oder weniger schulen müssen, weil sich Kinder und/oder Eltern beklagen. Das darf nicht sein! Nur wer Erfahrung im Umgang mit den zu fördernden Zielgruppen hat, kann die BuT-Lernförderung durchführen.

Fassungslos sitze ich vor meinem stummen  Computer und kann nicht begreifen,  wie ein so tolles Projekt vom Bund in der von mir beschriebenen  Form von der Stadt Nürnberg gestaltet werden konnte.  Zwei Ausschüssen und einem Runden Tisch mit Fachleuten müsste es doch möglich sein,  eine den realen Stadtbedingungen angemessene Umsetzung der Lernförderung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket für versetzungsgefährdete  Kinder auf den Tisch zu bringen.  Frau K.  vom Sozialamt hatte mir Mitte Juli 2014 bei unserem letzten Telefongespräch versprochen,  nach Meinungsaustausch mit den Verantwortlichen im August mit mir Rücksprache zu halten,  die nicht stattgefunden hat.  Mitte August habe ich dem OB Maly schriftlich mitgeteilt,  dass ich im Oktober das Thema online stellen werde,  was ich hiermit vollbracht habe.  Eine Teilnahme am Runden Tisch oder wenigstens eine offene Gesprächsrunde im Rathaus mit Frau K.,  dem Oberbürgermeister und seinem Bruder,  Dieter Maly als Chef des Sozialamts,  wäre mir lieber gewesen.

Stattdessen muss ich mich und auch Sie sich mit folgendem Fazit  vom Oberbürgermeister Maly  (März 2014)  begnügen:
„Schon jetzt zeigen die Erfahrungen und die Rückmeldungen an das Dienstleistungszentrum Bildung und Teilhabe, dass die Organisation der Lernförderung zu den festgelegten Bedingungen ganz überwiegend gut funktioniert.
Schulnahe Strukturen haben sich entwickelt, das Angebot für 10 Euro pro Schulstunde ist in ausreichendem Maß vorhanden, kritische Rückmeldungen wie die Ihre sind die absolute Ausnahme.“   Über was sollten sich die Nachhilfeinstitute auch beschweren? Schulnahe Lernangebote stehen den Kindern nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung (gerade mal 12,5%, Abb. 48, S. 104), sondern förderbedürftige Schüler/innen können keine Nachhilfe in Anspruch nehmen, weil sich 1/3 der Eltern keine Zuzahlungen leisten oder kein gutes Angebot von Anbietern in ihrer Nähe finden können (Abb. 45, S. 100).

Der Bund,  den ich um Unterstützung gebeten habe,  hat die Umsetzung der BuT-Lernförderung den Ländern und Kommunen anvertraut,  da Schulangelegenheiten Ländersache sind und sehr unterschiedlich geregelt werden.  Ich habe sowohl den Bund als auch das Bayerische Staatsministerium darum gebeten, meine Homepage zu lesen, um weitere Veränderungen bei der Stadt Nürnberg zu erwirken.

Die Stadt Nürnberg täte gut daran über ihre Stadtmauer hinaus nach Berlin zu blicken, und den „Mustervertrag für Lernförderung (Institutionen) – Berlin.de“ als Anregung zu lesen.

Mitte Mai 2015: Jetzt reicht’s! Üble Nachrede von Frau K. vom Sozialamt. Trotz der noch fehlenden Gutscheine, die aber von der Lehrkraft zuverlässig beantragt worden waren (Folgeantrag), wagte ich mit den Kindern, die ich bislang über ein Vierteljahr lang direkt in der Familie in Einzelförderung begleitet hatte, den Sprung in die Kleingruppenarbeit vor Ort an ihrer Schule. Herr O. vom Institut für Pädagogik und Schulpsychologie, zuständig für die kostenfreie Schulraummietung sowie für die Aufnahme der Anbieter in die Liste schulnaher Angebote, engagierte sich für mich, damit ich sofort mit der BuT-Gruppenlernförderung in einem kostenfreien Klassenzimmer der Schule beginnen konnte. Völlig unkompliziert überreichte mir die Schulleitung einen Klassenzimmerschlüssel und benannte mir den Raum, den ich nutzen durfte. Den Kindern gefiel das Lernen in ihrer eigenen Schule so gut, dass sie nach der Doppelstunde gar nicht heimgehen wollten. Als ich am übernächsten Tag wieder kam, teilte mir die Rektorin mit, dass ich den heutigen Tag noch mit den Kindern lernen könne, den Schlüssel danach wieder abgeben müsse, weil ihr vom Herrn O. mitgeteilt worden sei, dass ich von den BuT-Eltern Geld für die Lernförderung verlangen würde und damit keinen Anspruch auf die kostenfreie Klassenzimmernutzung hätte. Die sofortige telefonische Rücksprache mit Herrn O. ergab, dass er diese Info von Frau K. vom Sozialamt erhalten habe. Leider konnte ich diese Mitarbeiterin am nächsten Tag nicht mehr erreichen, weil sie in Urlaub gegangen war. Gott sei Dank konnte ich sowohl Herrn O. als auch die Schulleitung davon überzeugen, dass ein Missverständnis vorlag. Damit durfte ich meine Förderstunden der Kinder wegen weiterhin im Klassenzimmer durchführen, bis Frau K. vom Urlaub zurückgekehrt war. Nun begleite ich bereits das dritte Schuljahr im Rahmen der BuT-Lernförderung (Bildung und Teilhabe) Kinder aus dieser Grundschule für 10 € brutto die Stunde, und muss nun aus dem Verhalten von Frau K. resultieren, dass ihr oder der Stadtspitze jedes Mittel recht ist, um mich nicht auf die Anbieterliste setzen zu müssen.  Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass die Stadt Nürnberg mit solchen unlauteren Methoden arbeitet. Keinen einzigen Cent habe ich je von den einkommensschwachen Eltern verlangt und auch nie über die niedrige Bezahlung meiner Tätigkeit gesprochen, denn sie können weder was daran ändern noch was dafür. Eine Sozialpädagogin mit einer hohen Fachkompetenz mit 10 € pro Stunde auf Honorarbasis abzuspeisen, bedeutet tagtäglich sowohl ihre Profession einschließlich ihrer Fähigkeiten als auch ihre Person aufs Übelste abzuwerten. Kompetenzen werden nicht genutzt, sondern mit den Füßen getreten. Was für ein Armutszeugnis für eine Stadt, die immer mehr bildungsferne Menschen beherbergt und Kinder aus den Familien rausnehmen muss. Um mich abzuschießen, werden hinter meinem Rücken Lügengeschichten über mich verbreitet. Mobbing von der Stadt Nürnberg muss ich mir nicht bieten lassen. Jetzt reicht’s! Das verlangt einen Journalisten und den Rechtsweg.

Sofort an ihrem ersten Arbeitstag meldete Frau K. sich telefonisch bei mir in den Morgenstunden. Sehr anerkennenswert von ihr, sich den Problemen gleich stellen zu wollen. Nachdem ich auf den Abrechnungsbögen immer meinen Tarif für die Einzelförderung in der Höhe von 20 € pro Stunde  (Das habe ich gemacht, damit ich später Nachforderungen stellen kann, auch wenn meine Abrechnungen von den Mitarbeiterinnen des Sozialamts umgeschrieben werden mussten) angegeben habe, sei sie davon ausgegangen, dass ich die fehlenden 10 € pro Stunde von den Eltern verlangt hätte, da es von ihr eine Vereinbarung gebe, die die Zuzahlung von Eltern bei Tarifen über 10 € pro Stunde erlaube, erklärte Sie mir. Das bedeutet im Klartext, dass die Mehrkosten für eine Einzelstunde von den Eltern von ihrem Existenzminimum zu tragen sind. Die Bezahlung der Einzelförderung von pädagogischen Fachkräften haben die Eltern mit ihrem niedrigen Einkommen privat aufzustocken.  Was für eine unsoziale Lösung! Immer mehr entsteht in mir der Eindruck, dass Frau K. für diese Regelungen  nicht in Verantwortung steht, sondern ihren Kopf für die Entscheidungen anderer hinhalten muss. Mal schauen, wie lange sie das erbärmliche Gebaren der Stadtspitze in Verbindung meiner Hartnäckigkeit noch aushalten wird. Sie kann einem richtig leid tun. Hoffentlich entwickelt sie keine chronischen Erkrankungen, die sowohl ihr selbst als auch der Stadt Nürnberg teuer zu stehen kommen könnten, was aber einem Oberbürgermeister ziemlich wurscht ist. Wie sagte er im November 2015: „Besser verschuldet und fröhlich als schuldenfrei und traurig.“

Ende Juli 2015 fragte mich die Schulleitung, ob ich im kommenden Schuljahr ihre besonders förderbedürftigen Kinder wieder im Elternhaus begleiten werde. Ich drückte ein klares Ja aus, zu dem ich auch stehen werde. Dafür habe ich meine private Altersvorsorge gekündigt, mit der ich nun meinen Lebensunterhalt finanzieren werde.

Ende September 2015 teilte mir Frau K. schriftlich mit: „Wie ja bereits mehrfach besprochen, werden im Rahmen der Lernförderung 10 € für 45 Minuten vergütet. Die Entscheidung, ob Sie zu diesen Bedingungen Lernförderung geben möchten, liegt bei Ihnen.“

Im Dezember 2015 bestätigte Herr Sch. auch im Namen von Frau Staatsministerin Emilia Müller vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales noch einmal schriftlich die Korrektheit der gängigen Praxis in Nürnberg und verwies darauf, dass die Eltern ein Widerspruchsverfahren durchführen können, wenn sie keine Zuzahlungen zur Einzelstunde leisten möchten. Da es sich um bildungsferne Eltern mit Migrationshintergrund handelt, erübrigt sich ein gerichtlicher Weg, weil sie weder das fachliche Wissen über unsere deutschen Gesetzgebung besitzen noch das Geld für einen Anwalt übrig haben. Ich als Fachkraft habe keine Möglichkeit gerichtlich gegen diese Umsetzung der BuT-Lernförderung in Nürnberg zu klagen. Damit hat sich mein dreijähriges Engagement erschöpft, denn der Kreis hat sich geschlossen, und kann nur von der Presse in Form von Öffentlichkeitsarbeit und von Ihnen als Leser/innen aufgebrochen werden.

Die Vermittlung von Bildung auf Honorarbasis ist mehr wert als maximal 10 € brutto die Schulstunde, andernfalls kann man es sich als Fachkraft nicht mehr leisten, diese anspruchsvolle Tätigkeit auszuüben. So denken zu müssen, ist traurig, denn das gut gemeinte Projekt vom Bund führt dazu, dass ich meine Profession als Sozialpädagogin und Lernberaterin im August 2016 an den Nagel hängen werde, da sie keinen Pfifferling wert ist.

Fazit: Trotz Frühförderung bei Grippen- und Kindergartenkindern fallen Grundschulkinder mit besonderen Verhaltensauffälligkeiten und Lernproblemen bereits in den ersten Schuljahren durch den Bildungsrost. In Nürnberg haben sie keinen Anspruch auf eine außerschulische Lernförderung von pädagogischen Fachkräften (Jugendamt) und die Regelung des Kultusministeriums Grundschulkinder mit 3 Fünfen in allen Hauptfächern (Mathe: 5, Deutsch: 5 HSU: 5)  in die nächste Jahrgangsstufe vorrücken zu lassen (GrSO § 40, BayEUG Art. 52), vermittelt den Eindruck, dass das Bildungsniveau sich bei den Kindern verbessert hätte, derweil zeigt der Bildungsbericht 2015 schonungslos, dass die Sitzenbleiber in Nürnbergs Grundschulen mehr geworden sind. Armes Entwicklungsland Bayern!, das versucht, seine Bildungsdefizite mit Tricksereien zu vertuschen, um seine scheinbar bequeme Bildungswüste aufrecht erhalten zu können.

   1. Mai 2016: Kundgebung auf dem Kornmarkt

Maidemo 1

Maidemo 2

Als ich mit meinem bunten Plakat durch die Fußgängerzone ging, hielten mich viele Menschen auf, um es lesen zu können. Sie teilten mir mit, wie toll und notwendig sie meine Aktion finden. Vor dem Stand der SPD staunte ich nicht schlecht, wie unprofessionell die junge Parteivertreterin mit meinem Thema umging, bis sich ein interessierteres Mitglied aus dem Hintergrund einmischte. Sie fotografierte mein Plakat, weil sie nichts zum Schreiben zur Hand hatte und versprach meine Homepage zu lesen, um anschließend die Umsetzung der BuT-Lernförderung mit den Stadträten/innen zu thematisieren. Ich hoffe für die SPD, dass was Gescheites rauskommt, weil mir manche Zuschauer nach dem Austausch mit der SPDlerin ausgedrückt haben, wie super sie es finden, dass ich vor der SPD stehe, weil diese Partei sehr träge geworden sei und nichts mehr bewirken könne.

Einige Frauen erzählten mir auf dem Kornmarkt von ihrer Armut. Wie enthaltsam sie ihr Leben führen, um die Wohnung halten zu können oder den Wagen, in dem sie übernachten. Sie klagten nicht, sondern redeten ohne Unterbrechung. Ich konnte spüren, wie arm sie dran sind. Viele Menschen interessierten sich für mein Plakat und bestätigten mir, wie zutreffend meine geschriebenen Worte sind. Manche lachten. Als Oberbürgermeister Maly als Redner auf die Bühne trat, wurde auch er auf mein Plakat aufmerksam und zwickte seine Augen zusammen, um die Botschaft entziffern zu können. Er gab mir ein Zeichen, dass er im Anschluss zu mir kommen werde, was auch geschah. Allerdings gefielen ihm meine Aussagen nicht. Er drückte aus, dass er mit seinem Bruder nicht in einen Topf geworfen werden möchte: „Mein Bruder ist der Chef des Sozialamts und ich bin der Oberbürgermeister.“ Schließlich bat er mich an einen ruhigeren Platz, damit wir uns unterhalten können. Dort machte ich ihn darauf aufmerksam, dass er sich selbst in einem Schreiben über die Umsetzung der BuT-Lernförderung geäußert habe. Auch wenn er es nicht selbst verfasst hat, was sich denken lässt, hat er mit seiner Unterschrift Zustimmung ausgedrückt. Er wollte wissen, um was es geht und notierte manches als Stichpunkt auf einem Zettel. Abschließend sollte ich meinen Namen und meine Telefonnummer draufschreiben. Ich nahm seinen Stift und nutzte mein Plakat als Unterlage, was sich recht schwierig gestaltete. Da drückte Oberbürgermeister Maly mit seiner Hand dagegen und mein Problem war ratzfatz gelöst. Mal sehen, ob ihm das mit dem BuT-Drama auch gelingt.

Ein Journalist näherte sich mir und äußerte leise, dass er von mir Informationen bräuchte, weil er versuchen möchte, die Geschichte in die Zeitung zu bringen. Nachdem ich ihn auf meine Homepage verwiesen hatte, fotografierte er mein Plakat und verschwand leise wieder.

Am 4. Mai standen in den Nürnberger Nachrichten Auszüge aus der Akzeptanzstudie von Professor Werner Wüstendörfer von der Technischen Hochschule Nürnberg über die Bilanz des fünfjährigen Bildungspakets. Fast 80% der befragten Eltern gaben laut NN fehlende Möglichkeiten an, die Gutscheine einlösen zu können. Der Sozialreferent Reiner Prölß versprach, sich mit den Ergebnissen der Studie intensiv auseinanderzusetzen, derweil sind ihm die hundsmiserable gesetzten Rahmenbedingungen für die BuT-Lernförderung bereits seit November 2014 bekannt. Damals begegnete er meinem Wagen, der rundherum mit Werbung beklebt war und ihn dazu animierte, gleich alle zwei Internetauftritte von mir zu lesen. Manchmal ist die Welt doch sehr klein. Die Eltern erhalten im Allgemeinen per Post die Gutscheine mit einem beiliegendem Schreiben, in dem sie aufgefordert werden, die Gutscheine dem Anbieter auszuhändigen. Teilweise werden sie von den Eltern an die Schule weitergereicht, weil sie mit dem Wort „Anbieter“ nichts anfangen können und nicht wissen, wer die Nachhilfe in ihrem Stadtteil durchführt. Wenn die Schule die BuT-Lernförderung nicht kennt, bleiben die Gutscheine dort hängen. Das Gleiche gilt für das Elternhaus und die Asylheime. Wenn ich Ende Juli meinen inoffiziellen Anbieterstatus (Mundpropaganda) auflöse, werden in diesem Stadtteil noch weniger Gutscheine den Weg zur Abrechnung finden. Vor allem bleiben häufig schon die Anträge in der Familie stecken, weil die Eltern die Formulare nicht ausfüllen können. Arme Bildungswüste Nürnberg! Eine Stadt, die sich einfach nicht helfen lassen will, sondern sich immer tiefer in ihren Eigensinn vergräbt. Nachdem sich die Ergebnisse der Akzeptanzstudie mit meinen Kenntnissen aus der Praxis decken, habe ich nun das Landessozialgericht und das Sozialgericht Nürnberg um Mitwirkung gebeten, die mir aber keine rechtlich inhaltlichen Auskünfte erteilen dürfen. Einen fachkundigen Rechtsanwalt, der in dieser Angelegenheit kostenfrei arbeiten würde, habe ich nicht gefunden. Für einen Rechtsweg müsste ich den Migranteneltern jedes Schreiben abnehmen und sie zum Gericht begleiten, da sie aufgrund ihrer sprachlichen Defizite nicht dazu in der Lage wären. Aber ich habe einen Punkt erreicht, wo ich nicht mehr gratis und unter dem Mindesttarif arbeiten möchte.

Wenn Sie sich für die Akzeptanzstudie von Prof. Dr. Werner Wüstendörfer interessieren, finden Sie sie unter dem folgenden Link zum Downloaden: https://www.nuernberg.de/internet/sozialamt/studie.html

Nun sind über 2 Monate vergangen und weder ein Anruf noch ein Schreiben ist bei mir eingegangen. Diese unglückselige BuT-Geschichte lässt mich immer müder und trauriger werden, weil sie mir zeigt, dass in Nürnberg „Lernen“ anpassen und nicht die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit bedeutet. Das zeigt sich u.a. auch darin, wenn Sozialpädagoginnen vom ASD den hilfesuchenden Eltern mitteilen, dass es für ihre Kinder keine Lernfördermaßnahmen gebe oder sie zu Einrichtungen geschickt werden, die die Zielgruppe Grundschulkinder gar nicht aufnehmen können. Auch die Akzeptanzstudie von 2016 offenbart, dass weder die Schulsozialarbeit noch die Jugendsozialarbeit Eltern bei der Suche nach geeigneten Lernanbietern zur Seite stehen. Schade, dass auch Journalisten sich der Stadt gegenüber loyal verhalten, damit sie keine Nachteile in Kauf nehmen müssen. Ich habe nun vier Jahre lang für 10 € die Stunde gearbeitet, um tief in die gruslige Stadtmaterie reinblicken zu können. 

Stadtgespräch: Integration im Praxistest

Diskussionsveranstaltung vom 11. Juli 2016 im Caritas-Pirckheimer Haus mit Dieter Maly (Leiter des Sozialamtes), Wolfgang Heilig-Achneck (Lokalredakteur der NN), Anke Günzel (Jugendmigratonsdienst der Awo) und Jürgen Markwirth (Leiter des Amtes für Kultur und Freizeit). Eine Lehrkraft konnte leider nicht zur Teilnahme gewonnen werden. Warum wohl? (Auch auf meiner Homepage dürfen sie sich nicht äußern) Alle Beteiligten wollten gemeinsam mit dem Publikum der Frage nachgehen, wie die Integration in Nürnberg wirklich funktioniert.

Um der Diskussion beiwohnen zu können, mussten vorher kostenfreie Platzkarten in der Mauthalle besorgt werden. Eine Woche vor dem Stadtgespräch standen von Montag bis Samstag abwechselnd je 3x eine Werbeanzeige und je 3x ein Hinweis auf diese Veranstaltung in der NN. Trotzdem blieben viele Sitzplätze frei. Die Podiumsgäste bekamen eine Stunde Redezeit, um sich  und ihren Tätigkeitsbereich im Rahmen gelungener Integration einschließlich bestehender Defizite vorzustellen. Anschließend durfte das Publikum seinen Unmut in der Zeitspanne von einer halben Stunde äußern.

Für Herrn Dieter Maly sind Flüchtlinge in der Stadtgesellschaft dann gut integriert, wenn sie in einer Wohnung leben, einer Arbeit nachgehen und ihre Kinder eine Regelschule besuchen. Ob die Sprachkenntnisse für das jeweilige Unternehmen einschließlich der Kunden oder die betroffene Schulklasse ausreichen, scheint für ihn unerheblich zu sein. Auf meine Frage, warum es für Fünfer-, Sechserkinder im Rahmen der BuT-Lernförderung keine Einzelförderung gebe, entzog er sich der Antwort und stellte klar, dass Unterrichtende ja für 10 € die Stunde arbeiten und ansonsten 2er-Gruppen bilden können. Ein Gast wollte von ihm wissen, ob es wirklich Unterkünfte für Flüchtlinge gebe, die gerundet 5000 € im Monat zu Buche schlagen. Herr Maly begegnete ihm mit der Äußerung, dass er die genaue Zahl nicht im Kopf habe. Ein anderer Besucher fragte nach, was er eigentlich mit den Steuergeldern machen würde. Auch hier reagierte Herr Maly gelassen mit der Aussage, dass genug Geld da sei, es aber teilweise an Konzepten und Strukturen fehlen würde. Einige äußerten die Bedenken, dass manche Flüchtlinge besser versorgt werden würden als die einheimischen Armen. Damit meinten sie Wohnungs- und Bildungsangebote. Womit sie leider recht haben. Auch ich erlebe, wie sehr sich Flüchtlinge aus dem Asylheim freuen, wenn sie in eine Neubauwohnung ziehen dürfen, weil es keine freie Altbauwohnung gibt. Im Rahmen der BuT-Lernförderung begleite ich nur Migrantenkinder. Weil viele Asylkinder nicht schwimmen können und Badeunfälle passiert sind, bot und bietet man ihnen kostenlose Schwimmkurse an. Frau Günzel drückte aus, dass so bei den Einheimischen der Sozialneid geweckt werden würde, was ich bestätigen kann. Auch deutschen Kindern fehlen überlebenswichtige Schwimmkenntnisse und manche ertrinken. Eine Nürnbergerin drückte mutig aus, dass sie sich seit dem Einzug von Flüchtlingen in ein Nachbarhaus nicht mehr wohl fühlen würde, Angst hätte. Frau Günzel empfahl ihr, mit einem Flüchtling in Kontakt zu treten, um erkennen zu können, dass er ihr nichts tun werde, was aber die verängstigte Frau nicht annehmen konnte.  Ich verließ das Stadtgespräch mit einem Gefühl der Unzufriedenheit, der Betroffenheit, der Inhaltslosigkeit, der Tatenlosigkeit, der Kälte, der Leere und Aussichtslosigkeit. Merken denn die Malys nicht, dass sie mit ihrer ignorierenden Art immer mehr kranke Seelen in ihrer Stadt beherbergen, die zu gegebener Zeit sich wie ein Pulverfass entladen können. Kinder, die die Klasse wiederholen oder in die Förderschule wechseln müssen, sind häufig so traurig, dass sie das weitere Lernen verweigern. Echte Integration verlangt gute Konzepte mit Qualitätssicherung, deren Umsetzung erstmal Geld kostet, das aber zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückfließen wird.

 

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Ihre Brigitte Scheid, 54 Jahre alt,  Münchnerin,  wohnhaft in 90522 Oberasbach – Oleanderstraße 8, freiberufliche Sozialpädagogin und zertifizierte Lernberaterin mit dem Tätigkeitsfeld kreative  Lernbegleitung bei Grundschulkindern mit ‚besonderen Eigenarten‘ einschließlich Familiencoaching  in Nürnberg

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